Die Danubiana Carpathica wird herausgegeben im Auftrag der Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa, des Bukowina-Instituts Augsburg, des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen und des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München. Als Fortsetzung des Südostdeutschen Archiv 1 (1957) bis 47 (2004) erscheint das Jahrbuch im Verlag De Gruyter Oldenbourg Berlin/Boston.
Das Bukowina-Institut verantwortet die Bände 2020 und 2026.

Die Postkarte wirkt aus der Zeit gefallen, aber ist sie wirklich so anders als ein Instagram-Post mit kurzer Message und Foto? Dieser Frage gingen Studierende der Universität Augsburg unter anderem nach und kuratierten die 2019 im Bukowina-Institut eröffnete Ausstellung #Postkartenfieber. Schwaben und die Bukowina in den Social Media um 1900. Die Ausstellung illustriert mit historischen Postkarten aus der Bukowina und Schwaben, wie dieses besondere Medium die Gesellschaft im sogenannten „goldenen Zeitalter der Postkarte“ am Ende des 19. Jahrhunderts prägte. Der Vergleich der so unterschiedlichen Regionen Bukowina und Schwaben macht die europaweite Dimension des Phänomens „Postkarte“ deutlich.
Wie sehr viele Deutsche aus Ost- und Südosteuropa wurden im Januar 1945 auch einige tausend aus der Bukowina in die Sowjetunion deportiert, wo sie Zwangsarbeit leisten mussten. Seit 1993 bestand am Bukowina-Institut ein Forschungsprojekt zu den Ursachen, dem Verlauf und den Umständen der Deportation, das auch die Situation in den Lagern und vor allem die erfahrungsgeschichtliche Dimension der Deportation untersuchte. Dr. Ortfried Kotzian, ehemaliger Geschäftsführer des Bukowina-Instituts, führte dazu in den 1990er Jahren zahlreiche Interviews in der Region, die zudem Aufschluss geben über die Rückkehr der Deportierten.
Die Ergebnisse des Autorenteams Ortfried Kotzian, Luzian Geier, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bukowina-Instituts, und Ioana Scridon von der Babes-Bolyai-Universität in Cluj-Napoca/Klausenburg, liegen nun in Buchform vor – die erste Monographie zum Thema für die Bukowina-Deutschen.
Die Herausgabe einer mehrbändigen Bibliographie zur Bukowina gehört zu den wichtigsten wissenschaftlichen Aufgaben des Instituts. Dr. Erich Beck, gebürtiger Czernowitzer, sammelte seit den 1960er Jahren mit großer Akribie die einschlägigen Titel zur Region der Bukowina in zahlreichen Sprachen. Der erste Band der Bibliographie erschien bereits 1966, der siebte Band wurde 2016 publiziert. Ioana Scridon von der Babes-Bolyai-Universität in Cluj-Napoca/Klausenburg und Luzian Geier, Mitarbeiter des Instituts, übernahmen grundlegende redaktionelle Arbeiten und das Institut finanzierte die Publikation.
Die sechs Bände der Bibliographie umfassen über 60.000 Titel über Kultur, Literatur und Landeskunde der Bukowina. Die Beck-Bibliographie ist die umfangreichste Bibliographie zur Region der Bukowina, die für heutige und zukünftige Wissenschaftler*innen, größte Bedeutung hat.
Die Bukowina oder das Buchenland am Osthang der Karpaten war und ist ein Land zwischen Orient und Okzident. Partnerschaft und Toleranz kennzeichneten das Leben der Bevölkerung zwischen Dnjestr und Goldener Bistritz, die sich aus Ukrainern (Ruthenen), Rumänen, Juden, Deutschen, Polen, Magyaren, Slowaken, Armeniern, Lippowenern und Huzulen zusammensetzte. In der Landeshauptstadt Czernowitz nahm 1875 die südöstlichste deutschsprachige Universität Europas ihre Tätigkeit auf. Sie brachte den Historiker der „Karpatendeutschen“ und Pionier der wissenschaftlichen Volkskunde Raimund Friedrich Kaindl hervor, dessen Namen diese Zeitschrift trägt.
Nationalismus und Kommunismus zerstörten im 20. Jahrhundert die „Schweiz des Ostens“. Das Bukowina-Institut in Augsburg will mit dem Kaindl-Archiv den europäischen Charakter der Bukowina betonen und die Erfahrungen des Zusammenlebens verschiedener Völker und Volksgruppen im mitteleuropäischen Raum auf allen Gebieten der Wissenschaft, Forschung, Kultur und Literatur für die „Vision Europa“ fruchtbar werden lassen.