Thinking with wetlands

Histories from the quaking zone, 1630-1997

Die Arbeitsgruppe ist eine Kollaboration mit dem Institut für Europäische Kulturgeschichte (IEK) und dem Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) an der Universität Augsburg. Diese Zusammenarbeit geht auf den Tag der Europäischen Kulturgeschichte 2022 zur Kultur- und Wissensgeschichte des Wassers zurück.


Feuchtgebiete, das sind Ökosysteme, die permanent oder saisonal von Wasser überflutet werden, finden sich auf der ganzen Welt in unzähligen Variationen. Nach ihrer Wasserquelle klassifiziert, reichen sie von Gezeitenfeuchtgebieten bis hin zu Flussauen, von grundwassergespeisten Niedermooren und Sickerstellen bis hin zu regen- oder schmelzwassergesättigten Hochmooren. In den vergangenen Jahrhunderten setzten herrschende Akteure Feuchtgebiete oft mit Ödland gleich, da sie in ihren Augen Hindernisse für Urbanisierung, Landwirtschaft und die Ausübung staatlicher Macht darstellten. Aufgrund einer Politik, diese Landschaften durch Aufwertung und Entwässerung zu verändern, gingen bis heute riesige Feuchtgebiete verloren.


Die Arbeitsgruppe „Thinking with Wetlands“ beschäftigt sich mit diesen Wasser-Zwischenzonen von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, fasziniert davon, dass sie weder Land noch Wasser sind. Wir treffen uns regelmäßig im IEK zur gemeinsamen Lektüre oder dem Austausch eigener Arbeiten.

Die Professur für die Verflechtungsgeschichte Deutschlands mit dem Osten und das Bukowina-Institut sind mit zwei Teilprojekten an der Arbeitsgruppe beteiligt:

“Healing with peatlands. Western Bohemian Spas, Balneology and the body politic in the nineteenth and twentieth centuries.”

Dieses Teilprojekt untersucht Moorbäder in westböhmischen Kurstädten und zeigt den grundlegenden Wandel im öffentlichen Bewusstsein. Mooren wurden von krankheitserregenden Landschaften zu Orten der gesundheitlichen Heilung.


“Bukovina and Its Natural Features: A Vertical Civilizing Mission for Wetlands and Peoples.”

Dieses Einzelprojekt untersucht Meliorationen in der habsburgischen Bukowina als Fallstudie innerer Kolonisierung und imperialen Staatsaufbaus. Es soll analysiert werden, wie staatlich initiierte Projekte zur Entwässerung und Bodenverbesserung, sog. Meliorationen, als Teil einer „Zivilisierungsmission" waren.